Neuer Notfallrucksack angeschafft

Bericht:


Die Sirene läuft ab, die Unfallsmeldung: Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person. Die zufällig im Feuerwehrhaus befindlichen Kameraden können sofort ausrücken und kommen noch vor Rettung oder Notarzt an den Einsatzort, da diese einen wesentlich längeren Anfahrtsweg haben. Nun gilt es schnell zu handeln, die Versorgung des Patienten steht an oberster Stelle.

Natürlich kein alltägliches Szenario, da die Kollegen der Roten Kreuz Ortsstelle Ober-Grafendorf meistens schneller sind, da diese von der Ortsstelle direkt ausrücken können und nicht noch vorher, so wie bei uns der Fall, in das Feuerwehrhaus fahren müssen.

Was aber, wenn die Ortsstelle Ober-Grafendorf gerade selber einen Einsatz hat? Oder unsere Kameraden bereits bei der Alarmierung im Feuerwehrhaus sind? Da sich solche Situationen häufen, wurde unser Erste Hilfe Konzept überarbeitet und ein Notfallrucksack angeschafft.

Um so viel Nutzen wie möglich zu haben, wurde der Notfallrucksack von unseren Kameraden selbst gestaltet. Damit haben wir eine Ausstattung, welche auf unsere Bedürfnisse maßgeschneidert ist und mit geringem Schulungsaufwand von jedem Feuerwehrmann bedient werden kann.

Zusätzlich zu Verbandsmaterial und der üblichen Austattung von Verbandskästen, wurden zwei Stifnecks (in zwei Größen, passend für Kinder und Erwachsene) angeschafft, um die Gefahr einer Halswirbelsäulenverletzung bei einer Rettung maßgeblich zu reduzieren. Des Weiteren wurde ein Beatmungsset angekauft, welches im Falle einer Reanimation die Beatmung von Kindern und Erwachsenen professionell und ohne Gefahr ermöglicht.

Da diverse Studien belegen, dass die meisten Tode durch Verbluten bei konsequenten Einsatz spezieller Ausrüstung der Ersthelfer verhinderbar wären, wurde auch Ausrüstung angekauft, welche ursprünglich vom Militär genutzt wird. Mit dem Tourniquet etwa können lebensgefährliche Blutungen in Sekundenschnelle abgebunden werden. Das Isreali Bandage ermöglicht einen stabilen Druckverband, welcher blitzschnell angelegt ist.

Um im Ernstfall damit hantieren zu können, wird 2019 ein besonderes Augenmerk auf Erste Hilfe und die Möglichkeiten in unserer Feuerwehr gesetzt. Bereits bei der gestrigen Winterschulung wurde der Umgang mit der neuen Ausrüstung in einem Stationenbetrieb ausgiebig geübt.

Unsere Feuerwehr ist damit bestens gerüstet für Einsätze aller Art und Vorreiter, was die präklinischen Erstversorgungsmöglichkeiten von Feuerwehren betrifft. Letztlich ist es aber eine Investition in die Sicherheit der Bürger von St. Margarethen und Umgebung, welche zu 100% aus dem Erlös von Sommerfesten, Bällen, Blaulichtpartys und Spenden finanziert wurde.

Fotos: